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Sie haben mir mein Kind genommen

Wenn ein Mord die Familie trifft

Quelle: ARD-Pressebild

Eine staatliche Anlaufstelle für traumatisierte Angehörige fehle, klagt Marion Waade, oft würden Opferentschädigungen oder Reha-Maßnahmen gar nicht oder erst nach Jahren gezahlt. Deshalb hat die Berlinerin jetzt selbst einen Hilfsverein gegründet - von Angehörigen für Angehörige von Mordopfern.

Eine von ihnen ist Miriam Lutz. Die 48-jährige Krankenschwester musste ihren Job aufgeben, um ihre kleine Enkelin zu betreuen. Denn ihre Tochter, die Mutter der Kleinen, wurde letztes Jahr von ihrem eifersüchtigen Ehemann getötet. Nun kämpft die Großmutter darum, dass die kleine Enkeltochter weiterhin bei ihr leben darf.

Ein ähnliches Schicksal hat auch Lisa Siewe aus Köln. Die alleinerziehende Mutter verlor ihren 19-jährigen Sohn durch eine Messerattacke nach einer Partynacht. Mittlerweile ist der Haupttäter zu fünfeinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, ein aus ihrer Sicht zu mildes Urteil. Doch schlimmer noch, erzählt sie, sei ihr Kampf zurück ins alltägliche Leben. Wie schafft sie es, ihren zwei jüngeren Kindern wieder ein normales Leben bieten zu können? Hilfen gebe es so gut wie keine. Ständig müsse sie "um alles betteln", und immer wieder die "Mordgeschichte" aufs Neue erzählen.

Marion Waade kennt diese Situation aus eigener Erfahrung: "Genau darum brauchen die betroffenen Eltern selbst einen staatlich anerkannten Opferstatus", erklärt sie, "denn auch sie wurden ja zum Opfer von Gewalt - einer psychischen Gewalt, die sie durch den Tod ihrer Kinder erlitten haben". Dafür brauche es ein neues gesellschaftliches Bewusstsein und bessere Gesetze, fordert die resolute Berlinerin. Ein Film von Christian Jentzsch

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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Menschen im Alltag, Recht/Justiz

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 13.01.2019 um 23:15 Uhr auf PHOENIX.

Alternative Ausstrahlungstermine:
13.01.2019 23:15 Uhr PHOENIX