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Anker oder Albtraum?

Bambergs umstrittene Asylunterkunft

Quelle: Pressebild

Anas aus Syrien hat eine Odyssee hinter sich. Über Libyen und Griechenland hat er es bis nach Deutschland geschafft. Seine gesamte Familie ist im Syrien-Krieg ums Leben gekommen. In Bamberg wird der 23-Jährige registriert und nun liegt seine gesamte Hoffnung im "Entscheidungs- und Rückführungszentrum" mit Platz für rund 1.400 Asylbewerber.

Es ist eines der neu geschaffenen sogenannten Ankerzentren in Deutschland. Alle Behörden sind hier ansässig, vom Asylbundesamt BAMF bis zum Verwaltungsgericht. Ziel ist es, durch die enge Koordinierung innerhalb von acht Wochen über einen Asylantrag zu entscheiden.

Doch kann das funktionieren, bei über 15 Nationalitäten auf einem Areal, ohne Beschäftigung für die Betroffenen, ohne eine gemeinsame Sprache und Kultur? Ein Team des Bayerischen Rundfunks erhielt erstmals die Erlaubnis, ohne Auflagen hinter die Kulissen der Bamberger Asylunterkunft zu blicken.

Einrichtungsleiter Markus Oesterlein ist vom Konzept des neuen Ankerzentrums überzeugt. Gerade erst hat er einen Shuttlebus für die Flüchtlinge in die Stadt organisiert - gegen große Widerstände der Bevölkerung. Er gibt zu, dass es zwischen den Flüchtlingen immer wieder zu Konflikten kommt. Über 300 Polizeieinsätze gab es allein im vergangenen Jahr. Doch laut Oesterlein handelte es sich immer um kleinere Reibereien. Die Polizei betont, dass es bisher zu keinen schweren Straftaten gekommen sei.

In Block 5 ist Anas untergebracht, gemeinsam mit sechs anderen Männern aus Syrien. Die Verwaltung achtet darauf, dass Landsleute zusammen wohnen, sofern die Nationalitäten überhaupt klar sind. Das Kochen ist verboten, zu oft hat es gebrannt. Stattdessen gibt es eine riesige Kantine auf dem Gelände. Seine erste Anhörung hatte Anas bereits. Nun wartet und hofft er. Schnelle Entscheidungen scheinen in Theorie und Statistik gut zu funktionieren.

Doch viele Flüchtlinge müssen länger bleiben, wie etwa die kurdisch-syrische Familie von Ali. Er hat drei Kinder und lebt schon seit mehr als eineinhalb Jahre in Bamberg. Inzwischen fühlt er sich psychisch am Ende. Seine Familie ist über Litauen eingereist, nun könnte er nach dem Dublin-Abkommen dahin zurückgeschickt werden. Wie sieht seine Zukunft aus? Film von Susanne Fiedler und Birgit Meißner

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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Migration, Menschen im Alltag, Politik