Frontal 21

45min, Deutschland 2019
Quelle: ZDF-Pressebild

Klimawandel auf der Straße
Aufstand der Jungen
Seit Monaten gehen in Deutschland Jugendliche immer freitags für mehr Klimaschutz auf die Straße. Vergangene Woche demonstrierten Hunderttausende, in mehr als 220 Städten bundesweit - und rund um die Welt von Seoul bis Sydney.

Mittlerweile protestieren aber nicht nur Schüler, auch mehr als 23 000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen sich hinter den Schulstreik und haben eine Stellungnahme unterzeichnet, in der sie die "Fridays for Future"-Bewegung unterstützen. Darauf reagiert nun auch die Bundesregierung: Mit einem neuen Klimakabinett, unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), das "die rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030" vorbereiten soll, will die Große Koalition mehr Tempo machen.

Diese Entscheidung begrüßt Professor Volker Quaschning, einer der Erstunterzeichner der wissenschaftlichen Solidaritätsbekundung "Scientists for Future". In "Frontal 21" rechnet der Experte für Regenerative Energiesysteme von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin vor, wie die deutsche Politik den Kampf gegen den Klimawandel, trotz Kohlekompromiss, seit Jahren verschläft - und auf Kosten der jungen Generation.

Abgeschoben mit Hartz IV
Wohnen auf dem Campingplatz
Es ist ein hartes Leben im Winter: ohne fließend Wasser, zur Toilette muss der Campingplatz überquert werden, eine richtige Heizung gibt es nicht. Ein täglicher Kampf, dem besonders alte und kranke Menschen nicht mehr gewachsen sind. Doch die Behörden tolerieren diese Lebensbedingungen - die letzte Station vor der Obdachlosigkeit.

Im rheinland-pfälzischen Westerburg etwa lässt es das Jobcenter zu, dass die Hartz IV-Bezieher auf einem Campingplatz leben müssen. "Frontal 21" über Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, mit einer kleinen Rente oder Grundsicherung auskommen müssen und um die sich niemand kümmern will.

Die Drahtzieher des Brexits
Dubiose Geldgeber
Die britische Wahlkommission ist überzeugt: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass große Teile der Gelder für eine Kampagne vor dem Brexit-Referendum 2016 aus dubiosen Quellen stammen.

Im Fokus steht der britische Geschäftsmann Arron Banks, Strippenzieher und enger Freund von Nigel Farage, dem ehemaligen Chef der europafeindlichen Partei Ukip (United Kingdom Independence Party). Rund zehn Millionen Euro an Spenden sollen über Offshore-Konten des Industriellen Banks geflossen sein. Doch woher stammt das Geld?

Konkret geht es um millionenschwere Kredite, die die Pro-Brexit-Kampagne von Banks erhalten haben soll. Möglicherweise kam das Geld nicht von ihm selbst, sondern von Firmen mit Sitz im Steuerparadies Isle of Man und in Gibraltar, die sich damit in den Wahlkampf eingemischt hätten. Mittlerweile ermittelt die National Crime Agency, eine Behörde zur Ermittlung schwerer Straftaten. Sie soll die bislang verschleierte Kampagnen-Finanzierung offenlegen.

Im ZDF-Interview spricht Nigel Farage ganz offen darüber, wie eng die Lager zusammengearbeitet haben und wie wichtig auch der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon für die Kampagne in Großbritannien gewesen ist: "Zuvor hatte ich keinerlei Verbündete in den Medien, keine Stimme. Dann half uns Steve. Wenn Du plötzlich mehrere Stimmen auf Deiner Seite hast, ändert das alles." Farage berichtet, er und Steve Bannon hätten verstanden, dass "die Menschen sich manchmal 'eine Abrissbirne' wünschen, die das alte System der 'pompösen Politiker' zerstört."

Ein Whistleblower, der für die EU-Austrittskampagne gearbeitet hat, ist überzeugt: "Die verschiedenen Brexit-Kampagnen brachen die Gesetze, griffen dabei auf ein ganzes Netzwerk von Firmen zurück, um mehr Geld ausgeben zu können. Ohne diese Betrügereien wäre das EU-Referendum anders ausgegangen."

War das Brexit-Referendum ein Komplott mit dem Ziel, auch die Grenzen der Demokratie auszutesten? Die Recherchen von "Frontal 21" und "ZDFzoom" legen nahe, dass Wähler so effektiv wie möglich beeinflusst werden sollten.

Urheberrechtsreform der EU
Streit um Uploadfilter
Europaweit werden am 23. März 2019 viele, zumeist junge Menschen gegen die geplante Urheberrechtsreform der Europäischen Union, und gegen Artikel 13 im Besonderen, demonstrieren.

Darum geht es: Im Februar hatten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments auf einen Kompromiss der Reform geeinigt. Dieser sieht in Artikel 13 vor, Plattformen wie YouTube beim Urheberrecht stärker in die Pflicht zu nehmen. Bislang müssen sie geschützte Werke von ihrer Seite löschen, sobald sie eine Beschwerde erhalten. Nach den neuen Regeln müssen die Betreiber künftig schon im Vorhinein sicherstellen, dass urheberrechtlich geschützte Bilder, Tonaufnahmen und Videos nicht unerlaubt auf ihrer Seite hochgeladen werden.

Die neue Richtlinie soll Urheber stärken - zum Beispiel, indem ihre Werke nicht mehr ohne Genehmigung gezeigt werden. Um Verstöße zu erkennen, werden Plattform-Betreiber wie YouTube sogenannte Uploadfilter einsetzen.

Doch Kritiker befürchten, dass sogenannte Meme künftig aus dem Internet gefiltert werden. Diese Variationen bekannter Fotos und Videos, die, mit einem Text kombiniert, neue Bedeutungen erhalten, sind ein wichtiger Bestandteil der Netzkultur. Sie sollen zwar weiter erlaubt bleiben, aber die geplanten Uploadfilter können nicht zwischen einem Meme und einer Urheberrechtsverletzung unterscheiden.

Eine wichtige Frage geht jedoch bei den lautstarken Protesten fast unter: Welche Verbesserungen bringt die Reform den Urhebern?

"Frontal 21" fragt, inwieweit die Urheber an der Verbreitung ihrer Werke in Zukunft mitverdienen.

Quelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 22.03.2019 um 08:00 Uhr auf ZDFinfo.