Das Fagus-Werk in Alfeld

Am Anfang der Moderne, Deutschland

Quelle: ARD-Pressebild

Das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld gilt als Ursprungswerk der modernen Industriearchitektur. Wer die Fabrikanlage nur von Fotos kennt, wie der größte Teil ihrer Bewunderer in aller Welt, den wird ein Besuch in Alfeld vielleicht ernüchtern: Man findet nur ein kleines Verwaltungs- und Fabrikgebäude vor, in dem bis zum heutigen Tag Schuhleisten gefertigt werden. Ein Gebäude, in bester lokaler Tradition aus Ziegeln gemauert. Allenfalls die Glasbahnen der Fenster fallen ins Auge, ebenso wie die freischwebende Treppe. Erstmals wurde beim Bau
des Fargus-Werks auf massive, dem Auge Stabilität versprechende Eckpfeiler verzichtet - moderne Leichtigkeit tritt an die Stelle wilhelminischen Prunks.
Es ist der erste eigenständige Bau von Walter Gropius, dem späteren Bauhaus-Gründer. Er glaubte, in Alfeld den ersten gläsernen "Curtain Wall" der Welt gebaut zu haben. Ob es sich bei den großflächigen Fensterbahnen, die das
Fagus-Gebäude licht und luftig machten, tatsächlich um eine Vorhangfassade handelt, ist eine Streitfrage unter Fachleuten. Die erste ist es aber sicher nicht: Die vermutlich älteste gläserne Vorhangfassade der Welt steht in Giengen an der Brenz auf dem Werksgelände von Margarete Steiff. Film von Andreas Christoph Schmidt aus der Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit"

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 23.03.2019 um 02:10 Uhr auf tagesschau24.