Leben am Gotthard - Ein Jahr an der Passstrasse

Für Durchreisende dauert das Gotthardjahr nur gerade ein paar Sommermonate. Doch da sind auch einige wenige Menschen, denen der Berg mit dem berühmten Namen Arbeitsplatz und Heimat bedeutet. Werner Gnos etwa: Auf ihm lastet jeden Mai ein besonderer Druck: Unten im Tal stauen sich im Nord-Süd-Verkehr die Autos vor dem Tunnel der Autobahn. Deshaöb sollte oben am Berg der Gotthard-Strassenmeister mit seinen Leuten möglichst schnell den Schnee von der Passstrasse räumen. Doch Gnos lässt sich nicht hetzen, denn es ist eine riskante, harte Arbeit. Immer wieder verschütten Lawinen bereits geräumte Strassenabschnitte. Und auch im Sommer muss Werner Gnos seiner Arbeit an diesem Berg schwindelfrei und mit sicherem Tritt nachgehen, wenn er senkrecht über dem Passverkehr die Lawinenverbauungen kontrolliert. Oder da ist Mätteli-Hausi, Hans Regli, vor 70 Jahren in einem Haus direkt an der Passstrasse zur Welt gekommen. Kein Sturmwind könnte ihn von hier oben vertreiben. Auch Elena Ramelli zeigt Standfestigkeit am Berg: Von Kindsbeinen an, seit fast 60 Jahren, bietet die Frau aus Airolo auf der Passhöhe ihre Grillwürste und Souvenirs feil. Mit klassischer Musik trotzt sie den bösen Winden und den unvermittelten Wetterwechseln hier oben über der Baumgrenze. "Für uns ist der Sankt Gotthard nicht nur das Herz der Schweiz, sondern von ganz Europa", sagt ein Besucher der Bundesfeier auf dem Pass. Da schwingt mit, was gemeint ist, wenn vom "Mythos Gotthard" die Rede ist: Der Gotthard ist kein schöner Berg, eigentlich eine alpine Graniteinöde ohne topografische Extravaganzen. Und doch vermutet der eine oder andere die Seele der Schweiz hier an diesem Ort auf 2106 Metern über Meer.

Quelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 21.04.2019 um 13:10 Uhr auf Schweiz 1.

21.04.2019
13:10
Alternative Ausstrahlungstermine:
21.04.2019 13:10 Uhr Schweiz 1