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Belfast - die gute neue Zeit

Quelle: ARD-Pressebild

Vor 21 Jahren kam mit dem Karfreitagsabkommen der Frieden nach Nordirland – damals beendeten die verfeindeten Parteien einen Konflikt, der Tausende Menschen das Leben gekostet hatte. Die Dokumentation beleuchtet, wie Nordirlands Hauptstadt von diesem Friedensprozess profitiert hat. Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Studios in London, porträtiert eine Stadt, in der viele Bewohner froh sind, dass sie sich zuletzt vor allem um den wirtschaftlichen Aufschwung kümmern konnten.

Noch immer durchziehen Mauern die Stadt, noch immer werden die Tore am Wochenende geschlossen, damit es keine Ausschreitungen gibt – und nun lässt der Brexit alte Spannungen wieder aufleben. In Belfast rufen die Diskussionen um die künftige Grenze zwischen Irland und Nordirland Erinnerungen an den langen Weg zum Frieden herauf.

Für den Musiker Tony Villiers hat Belfast eine große Aufgabe: "Wenn es um Versöhnung geht in dieser so gespaltenen Welt, können wir ein Vorbild sein. Wir haben es schließlich auch geschafft." Belfast ist aufstrebend, bunt und in der Mitte zusammengewachsen, auch wenn die Ränder noch immer Horte des Separatismus sind. Die Stadt hat durch die EU zum Frieden gefunden.

"Wir wollen das Leben endlich genießen", sagt Stephen Toman, einer von zwei Michelin-Sterne-Köchen in Belfast. Lange wurde die Stadt nur mit Terror, Gangs und Mauern assoziiert oder mit dem Bau ausgerechnet der Titanic. Nun hat Belfast sich aufgerappelt: 21 Jahre nach Beginn des Friedensprozesses tobt am Fluss Lagan das pralle Leben. So lange hat Belfast auf Normalität verzichtet, auf einen gewaltfreien Alltag, auf Leichtigkeit, da erscheinen die banalsten Dinge wie ein Segen: "Wir haben jetzt sogar Touristen", sagt das Model Nuala Meenahan. Film von Diana Zimmermann

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 12.07.2019 um 12:45 Uhr auf phoenix.