Fürst-Pückler-Park Bad Muskau/Park Muzakowski

Diesseits von Eden

Quelle: ARD-Pressebild

Beiderseits der Neiße breitet sich der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in der Lausitzer Landschaft aus. Ein einzigartiges Stück künstlerisch gestalteter Natur, benannt nach seinem Schöpfer. Hermann Fürst von Pückler-Muskau gilt als genialster Gartenarchitekt seiner Zeit und noch heute als einer der bedeutendsten europäischen Landschaftsgestalter. 1815 legt er einen außergewöhnlich modernen und kunstsinnigen Landschaftsgarten an. Seine Arbeit beschreibt er als "Naturmalerei". Dafür nutzt er statt Farben Wälder, Berge, Wiesen und Flüsse.

Besonders berühmt ist der Park für seine zahlreichen Blickachsen, die Pückler mit Sorgfalt anlegen lässt. Herrmann von Pückler-Muskau gilt als genialster Gartenarchitekt seiner Zeit und noch heute als einer der bedeutendsten europäischen Landschaftsgestalter.
Im 200. Jahr der Entstehung des Muskauer Parks begab sich Wladimir Kaminer auf die Spuren des genialen Gartenarchitekten. Heute ist der Pückler-Park eine der wenigen staatenübergreifenden Weltkulturerbestätten der UNESCO und mit seiner Gesamtfläche von rund 830 Hektar einer der größten europäischen Landschaftsparks im englischen Stil.
Mit ihren Bildern aus Natur ist die Gartenanlage ganz im Osten Deutschlands und ganz im Westen Polens für Wladimir Kaminer ein Fest für die Sinne. Das Neue Schloss, seit dem Ende des 2.Weltkrieges eine Ruine, wurde neu erbaut und strahlt seit 2012 in der Neorenaissance-Hülle, mit der es 1865 geschmückt wurde. Heute ist es eine Pilgerstätte für Hochzeitspaare aus Polen und Deutschland.
Auf der polnischen Seite sind Wege, Blickachsen und Gartenbilder wieder hergestellt. Die neu erbaute "Doppelbrücke" macht es möglich, von einem Parkteil in den anderen zu gelangen, ohne zu bemerken, dass man eine Ländergrenze überschreitet.
Von Parkdirektor Cord Panning erfährt Kaminer nicht nur amüsante Anekdoten über den "verrückten" Pückler, sondern auch über dessen geniale Idee, ausgerechnet am Ende der Napoleonischen Kriege einen riesigen Garten zu erschaffen. "Politisches Gärtnern" nennt es Panning und erläutert die Geheimnisse dieser Pücklerschen Vision.
In seinem Buch "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" schildert Pückler, wie er sich einen perfekten Park und eine perfekte Natur vorstellt: "Der höchste Grad der landschaftlichen Gartenkunst ist nur da erreicht", schreibt er darin, "wo sie wieder wie freie Natur, jedoch in ihrer edelsten Form, zu sein scheint."
Auch Wladimir Kaminer machte sich ein Bild davon. Ob mit der Waldeisenbahn, auf dem Traktor oder mit dem Boot auf dem Grenzfluss, der Neiße, Wladimir Kaminer erkundet den riesigen Park und trifft Parkkenner und Parkarbeiter, die Leiterin eines "Schneckenstammtisches" sowie eine Ananas-Expertin. Mit den edlen Früchten wollte Pückler einst den Damen ein besonderes Geschenk machen. Seit einigen Jahren werden sie in Bad Muskau wieder angebaut.
Auf dem jährlich stattfindenden "Küchengartenfest" waren die Besucher eingeladen, Pücklers Liebe zu gutem Essen und Trinken zu folgen, und so schaute sich auch Wladimir Kaminer auf diesem Fest der Kulinarik um. Der bekennende Gartenliebhaber Wladimir Kaminer entführt die Zuschauer in faszinierende osteuropäische Gärten, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind. Er erkennt in ihnen "Gartenträume" der osteuropäischen Eliten von einst. In der Dokumentationsreihe "Diesseits von Eden - Osteuropas Gartenträume im 18. und 19. Jahrhundert" erkundet Kaminer zusammen mit Gartenliebhabern die begehbaren Landschaftsgemälde, über die er mit hintergründigem Witz populäre Geschichten erzählt: Garten-Kunstgeschichten voller Geheimnisse und Poesie.

Film von Matthias Schmidt

Thema: Der Gartenfürst Pückler

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 16.09.2019 um 02:32 Uhr auf tagesschau24.

16.09.2019
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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Architektur, Deutschland, Natur, Polen, Porträt/Biografie, Geschichte
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16.09.2019 02:32 Uhr tagesschau24
15.09.2019 21:32 Uhr tagesschau24
06.06.2019 23:35 Uhr MDR