Bayern erleben

Bärenspur ums Königsschloss

Quelle: Pressebild
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Seit im Oktober 2019 ein Bär in der Nähe von Schloss Linderhof in eine Fotofalle tappte, sucht Bärenexperte Klaus Endres die Umgebung nach Bärenspuren ab. Er ist hier zu Hause, in Graswang zwischen Linderhof und Oberammergau. Genau da, wo 2006 Bär Bruno, der aus dem Trentino kam, seine ersten Schafe auf bayerischem Boden gerissen hatte. Der erste Bär nach über 170 bärenfreien Jahren in Bayern.


Seit im Oktober 2019 ein Bär in der Nähe von Schloss Linderhof in eine Fotofalle tappte, sucht Bärenexperte Klaus Endres die Umgebung nach Bärenspuren ab. Er ist hier zu Hause, in Graswang zwischen Linderhof und Oberammergau. Genau da, wo 2006 Bär Bruno, der aus dem Trentino kam, seine ersten Schafe auf bayerischem Boden gerissen hatte. Der erste Bär nach über 170 bärenfreien Jahren in Bayern. Klaus Endres fand damals Brunos Tatzenabdrücke. Bruno hatte keine Scheu vor Menschen. Er riss Schafe und plünderte Bienenvölker. Schließlich wurde der "Problembär" im Spitzingseegebiet erschossen, sein präpariertes Fell kam ins Münchner Museum Mensch und Natur.
Bärenkenner sagten damals voraus, dass in den nächsten Jahren wieder ein Bär aus dem italienischen Trentino nach Bayern kommen wird. Aber dass der ausgerechnet wieder vor Klaus Endres Haustür vorbeizieht, das konnte keiner wissen. Zum Glück verhält sich der Neue unauffällig, taucht hier mal auf einer Wildkamera auf, hinterlässt dort mal eine Spur im Schnee. So richtig gesehen hat den "Bär ohne Namen" in Bayern kaum jemand. Ein unauffälliger, menschenscheuer Einwanderer aus dem Trentino. Hat der neue Bär eine Chance, in Bayern frei zu leben? Für die Schafzüchter in Graswang ist klar, ein frei lebender Bär hat in Bayern nichts verloren. Noch weniger der Wolf, der in letzter Zeit Schafe gerissen hat.

In vielen europäischen Nachbarländern ist man im Umgang mit den Wildtieren entspannter. Klaus Endres fährt nach Slowenien, will sehen, wie die Menschen dort mit ihren rund 1.000 Bären zurechtkommen. Sind Bären, Schafzucht und Tourismus vereinbar? Und in Bayern, was wurde von Bruno gelernt? Wie kann man verhindern, dass der neue Bär wie Bruno zum "Problembär" wird?
Nach über einem Jahr seit der ersten Sichtung geht Klaus Endres seinen Spuren nach. Doch, wo ist der bayerische Bär? Lebt er überhaupt noch? Feinde hätte er genug.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 30.11.2020 um 21:00 Uhr auf BR.