Roots

Nicht nur im Süden: Der Kampf gegen die Wüste

Quelle: ZDF-Pressebild
Quelle: ZDF-Pressebild

Europas Böden werden immer mehr ausgelaugt. In Spanien sind zwei Drittel des Landes von Wüstenbildung betroffen. Aber auch weiter nördlich findet man Böden, die ähnlich verödet sind. In dieser Folge von „Roots“ trifft Wissenschaftsjournalist Pierre Girard Remedios Arres in Andalusien und Johanna Häger in Brandenburg.
In Andalusien, wo die Landwirtin Remedios lebt, wird viel intensive Landwirtschaft betrieben. Das geht nur mit viel Wasser. Aber weil es selten regnet, werden Flüsse und Seen leergepumpt. Zurück bleiben ausgedörrte Flächen und das Land wird zur Wüste. Diesen Prozess will Remedios gemeinsam mit 200 Landwirtinnen und Landwirten aus dem Verein AlVelAl aufhalten: „Ich will künftigen Generationen besseres Land hinterlassen.“ Dafür hat sie die Acequias wiederbelebt, ein Bewässerungssystem, das die Mauren vor Jahrhunderten ins Land brachten. Hier wird Wasser sparsam eingesetzt und gemeinsam genutzt. Man macht es sich nicht gegenseitig streitig. Aber können Remedios und ihr Verein diesen Kampf gewinnen?
Für Johanna aus Brandenburg wiederum ist klar: Der Schlüssel zu hohen Erträgen sind kleine Betriebe, Nutztiere und eine „Kompost-Lasagne“. Die beruht ebenfalls auf alten Methoden. So will sie ihren sandigen Boden in ein fruchtbares Paradies verwandeln. Ihre Arbeit schafft nicht nur Lebensräume für Insekten, sondern ermöglicht einen großen Ertrag auf kleiner Anbaufläche. Aber lohnt sich der Aufwand? Eines ist sicher: Klima- und Umweltschutz beginnt in der Erde.
Wissenschaftsjournalist und YouTuber Pierre Girard reist durch europäische Regionen und trifft Menschen, die sich für die Rettung der Böden einsetzen: Sie züchten Vieh, bauen Wein, Obst oder Gemüse an, auf großen oder kleinen Höfen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erleben mit, mit welchen ungewöhnlichen, oft auch sehr alten Methoden sie Umweltprobleme direkt an den Wurzeln anpacken. „Roots“ bricht bewusst mit Klischees über Landwirtschaft. „Roots“ gibt Einblicke in das Ökosystem Boden und erklärt, wie es funktioniert. „Roots“ stellt mutige Menschen vor, die zeigen, dass Landwirtschaft und Klimaschutz keine Gegensätze sein müssen.
Ist Landwirtschaft ein Klimakiller? In der aktuellen Diskussion wird das häufig behauptet und viele Argumente lassen sich nicht von der Hand weisen. Ein Viertel aller Treibhausgasemissionen stammt aus der Landwirtschaft. Massentierhaltung und extremer Dünger- und Pestizid-Einsatz belasten unsere Luft, verschmutzen unser Wasser und zerstören unsere Böden. Jedes Jahr gehen weltweit 24 Milliarden Tonnen an fruchtbarem Boden verloren. Aber muss das so sein? Treffen die Vorwürfe so pauschal auf die Landwirtschaft zu? „Roots“ will wissen: Wie können wir uns ernähren und gleichzeitig Klimagase reduzieren und kommenden Generationen bessere Böden hinterlassen? Denn Klima- und Umweltschutz beginnt in der Erde.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 08.08.2022 um 19:40 Uhr auf arte.