PUSH – Für das Grundrecht auf Wohnen

2019

Mietwohnungen in den Städten werden immer teurer. Viele Menschen können es sich nicht mehr leisten, in der Stadt zu wohnen und auch Langzeitmieter werden aus den Wohnungen verdrängt. Auch zum Beispiel Polizisten können nicht mehr in den Städten leben, für die sie eigentlich verantwortlich sind. Der Regisseur Fredrik Gertten erklärt in seinem Dokumentarfilm die Hintergründe der Mietkriese, wie Wohnungen zu Geldanlagen werden und Städte nach und nach durch enorme Mietpreise nicht mehr bewohnbar sind.

Rezension zu PUSH – Für das Grundrecht auf Wohnen
Thomas Schneider
Dr. Kay Hoffmann
Filmpublizist und wissenschaftlicher Leiter im Haus des Dokumentarfilms

Bezahlbare Wohnungen und explodierende Immobilienpreise sind ein Problem – weltweit. Denn Arbeit gibt es vor allem in den Metropolen und die wachsende Nachfrage lässt die Mietpreise jährlich steigen. Die Einkommen tun das nicht. Langzeitmieter werden aus ihren Wohnungen herausgedrängt.

Selbst Krankenpflegerinnen, Polizisten und Feuerwehrleute können es sich nicht mehr leisten, in den Städten zu leben, für deren Grundversorgung sie notwendig sind. Auch die Mittelklasse bekommt dies zunehmend zu spüren. Der Dokumentarfilm »Push – Für das Grundrecht auf Wohnen« von Fredrik Gertten (»Bikes vs. Cars«, »Bananas!«) wirft ein Licht auf eine neue Art des anonymen Hausbesitzers, auf unsere immer weniger bewohnbaren Städte und eine eskalierende Krise, die uns alle betrifft. Das ist keine Gentrifizierung mehr: Wohnungen sind Kapital und Orte, um Geld anzulegen. Ein ungezügelter Kapitalismus trifft auf einen Bereich, der eigentlich Menschenrecht ist. Der Film begleitet Leilani Farha, der UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, wie sie die Welt bereist, um herauszufinden, wer aus der Stadt gepusht wird und warum. 

»Ich glaube es gibt einen riesen Unterschied zwischen Wohnen als Handelsware und Gold als Handelsware. Gold ist kein Menschenrecht, Wohnen schon«, sagt Leilani. Ihre Recherchen sind erschütternd, denn längst ist der Immobilienmarkt zu einem lukrativen Investment geworden, mit dem sich viel Geld verdienen lässt. Große Konzerne haben riesige Wohnungsbestände aufgekauft und wollen damit hohe Renditen erzielen. Die Menschen und die Mieter interessieren sie weniger. Dafür werden sie in dem Film in den Mittelpunkt gestellt. Denn eine bezahlbare Unterkunft ist ein fundamentales Menschenrecht, eine Voraussetzung für ein sicheres und gutes Leben. Aber in Städten weltweit werden die Chancen auf bezahlbare Wohnungen immer schwieriger. Wie schwierig es werden wird, den ungezügelten Kapitalismus zu zügeln musste Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert erfahren. Denn seine Forderung, dass Wohnungen nur noch von ihren Eigentümern bewohnt werden sollten, um die Spekulation mit Wohnraum zu stoppen, wurde gleich als sozialistische oder sogar kommunistische Idee angegriffen und er wütend angegriffen. Seine Forderung: Der Besitz von Wohneigentum soll massiv eingeschränkt werden. »Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten«, so Kühnert wörtlich. Dabei ist klar, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann und dafür liefert »Push« sehr gute Argumente. Aber es ist auch klar, dass die Veränderungen Zeit brauchen.

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Kinostart:06.06.2019 in Deutschland
26.04.2019 in Hot Docs - Canadian International Documentary Festival
23.03.2019 in Internationales Dokumentarfilmfestival Kopenhagen
weitere Titel:
PUSH – Für das Grundrecht auf Wohnen
Push
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Schweden
Originalsprache:Englisch
IMDB: 36
Regie:Fredrik Gertten
Drehbuch:Fredrik Gertten
Kamera:Janice D'Avila
Iris Ng
Schnitt:Erik Bäfving
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Rezensionen:

Datenstand: 16.06.2019 15:53:35Uhr