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Rezension zu Was bin ich wert?
Der beim DOK.fest München erstmals gezeigte Dokumentarfilm von Peter Scharf geht wortwörtlich der Frage nach, was sie denn wert ist, die Haut, wenn wir sie zu Markte tragen. Aber es ist nicht nur die Haut, sondern auch das Blut, das Sperma und natürlich in manchen Regionen der Welt auch unser Innerstes, was wir verkaufen können und was unseren Wert bestimmt. Und wie bewertet man den Tod im World Trade Center am 11. September 2001?
»Das bist du mir wert« sagen sich Liebende, wenn sie sich gegenseitig beschenken. Der Wert des Ehemanns, der Ehefrau, des Liebhabers, des Vaters, des Nächsten: der ist unbezahlbar. Was aber, wenn man ihn dennoch in Euro und Cent ausrechnen will? Der Filmemacher Peter Scharf, der bisher vornehmlich TV-Dokumentationen gedreht hat (zum Beispiel »Schockbilder – Der Mann der mit Werbung Politik macht« über den Werbefotografen Oliviero Toscani und dessen Skandal-Kampagnen), nahm den Wert eines Menschen wortwörtlich. Er versuchte, seinen eigenen Wert zu bestimmen.
Dabei fängt er mit dem Naheliegendsten an: erst das Butspenden, dann vielleicht eine Samenspende. Und wie sieht es mit den Haaren aus?
Die Reise in die Ökonomie der Körperzellen endet nicht vor Ort. Scharf reist auch dort hin, wo man zum Beispiel für Nieren und Leber viele Tausend Euro bezahlt - vorausgesetzt, sie ist frisch, weil sie gerade einem Spender nebenan entnommen wurde. Der hat dann ein Organ weniger, aber ein paar Tausend Euro mehr.
Die Autoren des Films - neben Peter Scharf Co-Autor Jörn Klare - erzählen ihre Preis-Story locker und mit der richtigen Mischung Humor. Doch spätestens dann, wenn es darum geht, von Versicherungen zu erfahen, wie viel denn der Tod auf der Costa Concordia »gebracht hat«, oder der Sprung aus dem Fenster des brennenden World Trade Centers, wird deutlich, dass der Wert des Menschen am Ende doch keine Frage des Geldes ist