Trailer
Bewertungen im Detail
Auf anderen Plattformen
Rezension zu Wechselzeiten – Auf dem Weg zum ersten Triathlon
Mit dem Thema Triathlon können die meisten Menschen erst mal nicht sehr viel anfangen. Dass es den Protagonisten eines Dokumentarfilms über Triathlon genauso geht, überrascht - es macht sie und ihre Sportart aber auf Anhieb sympathisch. Regisseur Guido Weihermüller hat in seinem Film »Wechselzeiten« vier Frauen auf ihren ganz unterschiedlichen Suchen begleitet. Sie sind Teilnehmerinnen des ITU World Triathlons in Hamburg, bei dem jedes Jahr auch Triathlon-Anfänger starten. Sie suchen mehr als eine rein sportliche Herausforderung.
Ein Triathlon klingt für die meisten von uns nach Schmerzen, Selbstgeißelung und Tränen. Der Dokumentarfilm von Guido Weihermüller widerlegt dieses Klischee zwar nicht, geht aber viel weiter. Bei Weihermüller stehen nicht Leistungen, sondern Menschen im Vordergrund. Sein Film fragt nicht, wie schnell die Teilnehmer sind, sondern, warum sie es überhaupt machen. Eine Frage, die sich wohl die meisten bei diesem Thema stellen und die Protagonisten sich und ihrem Umfeld wohl auch schon unzählige Male beantworten mussten. Inspiriert von seiner Frau, die 2012 selbst das Rookie-Camp durchlief, beschloss der Filmemacher, die Anfänger zwölf Wochen lang auf ihrem selbstquälerischen Weg zum Triathlon zu begleiten. Der Weg ist auch hier das Ziel: Er ist mehr als nur der Sport, als bloße Bewegung, als Fitness.
Da ist zum Beispiel Sarah, 30, die, wie sie selbst sagt, »mal einen Unfall mit Wasser hatte« und nun gegen ihre Angst kämpfen will. Erst später erfährt der Zuschauer, welches bewegende Schicksal sich dahinter verbirgt. Die 33-jährige Adolé kämpft vor allem gegen Dolores - ihren inneren Schweinehund. Die alleinerziehende Mutter Cecilia findet im Sport ihren Ausgleich, denn hier darf sie auch mal egoistisch sein. Hotelbesitzerin Kristina kämpft als Älteste im Camp gegen das Älterwerden.
So unterschiedlich ihre Gründe auch sind, sich der Herausforderung Triathlon zu stellen, sie alle haben ein Ziel und das lässt sich nicht mit einer Stoppuhr messen. Sie alle wollen sich auspowern, um danach stärker die Ziellinie zu überqueren.