Trailer
Mitten in den Jugoslawienkriegen im Januar 1992 wird der junge Journalist Chris, unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Zum Zeitpunkt des Todes trug er die Uniform einer internationalen Söldnergruppe. Anja Kofmel, seine Cousine bewunderte diesen stattlichen jungen Mann als kleines Mädchen. Als erwachsene Frau beschliesst sie, seiner Geschichte nachzugehen und versucht zu verstehen, was Chris tatsächliche Beteiligung an diesem Konflikt war.
Bewertungen im Detail
Auf anderen Plattformen
Rezension zu Chris the Swiss
Anja Kofmels international gefeierter Dokumentarfilm »Chris the Swiss« wurde bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises 2019 mit gleich drei Preisen ausgezeichnet: Bester Dokumentarfilm, Beste Filmmusik (Marcel Vaid) und Bester Schnitt (Stefan Kälin).
Es geht um ihren Cousins Chris Würtenberg. In den 1990er Jahren bewundert sie ihn als zehnjähriges Mädchen für seine Reisen, Abenteuer und seinen freien Geist. Chris ist Radio Journalist. Er ist damals ihr Vorbild, zu dem sie aufschaut. 1991 geht er nach Kroatien, um über den Krieg In Jugoslawien zu berichten. Am 7. Januar 1992 wird seine Leiche gefunden. Er wurde erwürgt. Den Hintergründen seines Todes spürt Anja Kofmel nach mit einer Reise nach Kroatien.
Über Chris hatte sie 2009 schon den animierten Kurzfilm »Chrigi« gemacht. Für ihren neuen Film mischte sie Dokumentation und Animation, wobei sich der Stil der gezeichneten Sequenzen an ihrem Kurzfilm orientiert. Sie begibt sich auf die Spurensuche nach Kroatien, trifft Freunde und Wegbegleiter. Besonders beeindruckend die Interviews mit zwei Kriegsreportern, die mit Chris zusammengearbeitet haben. Kofmel tastet sich langsam heran an die Gründe, warum Chris sterben musste und wer ihn getötet hat. Denn in seinen letzten Wochen hat er sich einer internationalen Brigade angeschlossen und wollte über seine Erfahrungen ein Buch schreiben. Dadurch wurde er eine Gefahr für die Söldnertruppe und wurde wohl von ihnen selbst liquidiert.
Die Animation erlaubt ihr, die Geschichte zu interpretieren, emotionale Momente von Angst und Verfolgung visuell spannend umzusetzen. So werden die Grausamkeit und Verzweiflung des Krieges subjektiv erlebbar und regelrecht spürbar. Bei ihr sind die gezeichneten Sequenzen keine Notlösung oder bloße Bebilderung von Aussagen. Sie haben ihre eigene künstlerische Qualität was ihn zu einem Vorbild macht für geschickte Nutzung von AnimaDok. Dies wurde auf zahlreichen Festivals gewürdigt.
03.10.2018
03.08.2018 Locarno Film Festival
13.05.2018 Filmfestspiele von Cannes
12.10.2018 Adelaide Film Festival
12.10.2018 Mill Valley Film Festival
13.11.2018 Seville European Film Festival
27.01.2018 Solothurner Filmtage
31.01.2019
13.09.2018
