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Rezension zu This Ain’t California
Anstelle von Skateboardern nannte man sie Rollbrettfahrer. Zu DDR-Zeiten trafen sie sich regelmäßig in Ost-Berlin am Alexanderplatz, um Tricks und Fahrtechnik zu perfektionieren. Der Filmer Marten Persiel bringt die Freunde eines verstorbenen DDR-Skaters bei einem Lagerfeuer zusammen und rekonstruiert Erinnerungen, die eher an das freie Kalifornien als an einen Unterdrücker-Staat erinnern. Ein außergewöhnlicher Film.
Die Erinnerung an Denis – auch unter den Rollbrettfahrern als Panik bekannt - ist der Grund für das Wiedersehen der Freunde. Nico, Tom und Denis waren damals beste Freunde. Zusammen trafen sie am Alexanderplatz andere Skateboarder, die mit dem Straßensport Werte wie Grenzenlosigkeit und Freiheit offen demonstrierten. "Bis ans Meer skaten" – das war der kalifornische Traum der Ostberliner. Er hasste Regeln und wehrte sich gegen den Drill seines Vaters, der ihn als Profi-Schwimmer trainierte. Denis' Können und sein Mut machten ihn zum Held und zu einem der Anführer der Rollbrettfahrer.
Der Film erzählt Denis' Leben in sieben Kapiteln anhand privater Super8-Filme und Animationen. In ihrer Wirkung bestimmt sind diese Aufnahmen von den nostalgischen Erinnerungen der Freunde und der begleitenden Filmmusik der 80er Jahre. So erhält der Film viele Emotionen und ein hohes Tempo. Mit diesen Eigenschaften spricht der Film nicht nur ein junges Publikum an.
This ain’t California" ist ein Preis-Abräumer: Die Filmbewertungsstelle verlieh der Dokumentation das "Prädikat besonders wertvoll" und bezeichnete sie als "sehenswerten, in seiner Konzeption ungewöhnlich stimmigen Film". Auf der Berlinale gewann der Film den "Dialogue en perspective" Preis, beim Filmfestival in Cannes wurde er in der der Kategorie "Best Documentary" gekürt.
16.08.2012