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Rezension zu Das Herz von Jenin
Im Juni 2005 endet das Leben von Ahmed Khatib. Der 12-jährige palästinensische Junge wurde beim Spielen in seiner Heimatstadt Jenin im nördlichen Westjordanland von einer Kugel eines israelischen Soldaten verletzt. Die Ärzte stellen den Hirntod des Kindes fest. An seinem Bett steht sein Vater Ismail Khatib. Der wird in den nächsten Stunden gemeinsam mit seiner Frau eine folgenreiche Entscheidung treffen. Während der Leichnam von Ahmed durch die Straßen von Jenin getragen wird, erhalten fünf Kinder eine Chance. Sie werden die Organe von Ahmed erhalten.
Einige Jahre später thematisieren der deutsche Filmemacher Marcus Vetter und sein israelischer Kollege Leon Geller diese Geschichte in einem Dokumentarfilm, der »Das Herz von Jenin« heißt. Es wird ein großer internationaler Erfolg. Unter anderem wird der Film mit dem »Cinema for Peace«-Award geehrt, 2010 gibt es den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm.
Das Filmteam begleitet Ismail Khatib eineinhalb Jahre nach dem Tod seines Sohnes auf einer Reise zu drei der fünf Kinder, die
dank der Organspende weiterleben konnten. Der Film ist nicht nur das Dokument einer großen menschlichen Tat, sondern auch eine aufrüttelnde Auseinandersetzung mit den politischen Strukturen in Israel und in den Palästinensergebieten.
Im Haus des Dokumentarfilms gibt Marcus Vetter im Frühjahr 2011 eine Meisterklasse, wo er neben früheren Filmen auch »Das Herz von Jenin« noch einmal vorstellt. Da deutet er schon an, dass er erneut in Jenin drehen wird. Im Juni 2012 erscheint »Cinema Jenin«. In diesem Dokumentarfilm wird der Wiederaufbau eines Kinos im Westjordanland geschildert.
Jenins Herz, das ein Symbol für das Überleben der Menschen im Westjordanland ist, schlägt noch immer. Es ist ein Film, der allen politischen Realitäten zum Trotz, vom Wunsch nach Frieden spricht.
07.05.2009