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Rezension zu Am Limit
Thomas und Alexander Huber zählen zu den besten Extrem- und Alpinkletterern unserer Zeit. Der mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentarfilm »Am Limit« von Pepe Danquart (am Samstagabend im BR) begleitet die beiden Sportler bei dem Versuch, den Rekord im Speed-Klettern am »El Capitan« im kalifornischen Yosemite Nationalpark zu brechen. Dabei folgt die Kamera den Kletterern in bisher nie gefilmte Höhen und liefert atemberaubende Bilder. Es ist der Abschluss von Pepe Danquarts Sporttrilogie und ein Meilenstein des Dokumentarfilms.
Im Zentrum von Danquarts Film steht der Plan der Huberbuam, die 1000 Meter hohe Granitwand des »El Capitan« im kalifornischen Yosemite Valley am schnellsten hoch zu kraxeln. 1995 hatte Alexander Huber die Wand bereits als Erster ohne technische Hilfsmittel bestiegen. Diesmal wollten sie den Rekord von Hans Florine und Yuji Hirayama brechen, die im September 2002 die Kletterwelt mit einer Zeit von zwei Stunden 48 Minuten 50 Sekunden überrascht hatten. Danquart engagierte ein bergerfahrenes Kamerateam und schickte seine Crew selbst in die Bergwand. So entstanden atemberaubende Filmaufnahmen aus großer Nähe, die an das physisch Machbare grenzen.
Der Film besticht aber nicht nur durch seine Bilder, sondern auch durch den mitreißenden Enthusiasmus der beiden Bergsteiger. Mit »Am Limit« gewann Pepe Danquart, der bereits 1994 mit einem Oscar für seinen Kurzfilm »Schwarzfahrer« ausgezeichnet wurde, den Bayerischen Filmpreis. Die beiden ersten Rekordversuche an der »The Nose«, die Danquart in »Am Limit« dokumentierte, blieben übrigens erfolglos. Beim Training verletzte sich Alexander die Knöchel, der Versuch wurde abgebrochen. Beim zweiten Ansturm stürzte Thomas und musste etliche Nachfolgeoperationen über sich ergehen lassen.
Bei »Am Limit« ist es die unglaubliche Nähe der Kamera zu den beiden Hauptakteuren, Thomas und Alexander Huber, die verblüfft. Jede Felsspalte, die als Haltegriff dient, jeder Schweißtropfen, der die beiden näher zum Ziel bringt, ist zu sehen. Dass dabei nicht nur die Gefilmten, sondern auch die Kameracrew bergsteigerische Höchstleistungen erbringen muss, tritt dabei aber in den Hintergrund.
Mit Seilen, Kränen und anderen Halterungen hat Danquart auch seine Crew in die Wand gebracht. Die Nähe der Optik ist es, die diese Doku so beeindruckend macht. Um das zu leisten, musste auch die Filmcrew aus Bergsteigern bestehen. Dennoch gab es auch eine Szene, die deutlich an den Grenzen des dokumentarischen Filmens liegt - für manche auch darüber. In ihr wird ein Absturz gezeigt. Der trug sich wirklich zu, aber die Kamera war nicht dabei. Also stellten Danuqart und die Hubers das Ganze nach und filmten den zweiten - inszenierten - Absturz.