Die Helden von Prag

Über die deutsche Botschaft in die Freiheit

Quelle: ARD-Pressebild

Im Herbst 2019 jähren sich die dramatischen Ereignisse in der Prager Botschaft zum 30. Mal: 1989 nutzten mehr als 25.000 DDR-Bürger diesen Weg, um in den Westen zu fliehen. Viele von ihnen waren überstürzt gekommen und hatten alles zurückgelassen - aus Angst, dass Erich Honecker im Rahmen des 40. Geburtstags der DDR die Grenzen zur CSSR schließen würde, dem einzigen Land, für das sie kein Visum benötigten. Zu groß war der Wunsch nach Freiheit und zu verlockend das Schlupfloch, das sich bot. Für niemanden aber war damals klar, ob sich der Traum von der Ausreise in den Westen tatsächlich erfüllen würde.


Ab Anfang September kamen täglich 500 bis 1000 Flüchtende an, die von den Botschaftsmitarbeitern und von Helfern des Roten Kreuzes versorgt wurden. Auf und vor dem Botschaftsgelände wurde improvisiert - auf deutscher wie auf tschechischer Seite. Dass es weder zu einer humanitären, noch zu einer politischen Katastrophe kam, lag an der Besonnenheit derer, die Entscheidungen trafen, organisierten und sich um die Flüchtenden kümmerten. Sie haben einen wesentlichen Anteil daran, dass der Weg zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung auch hier ein friedlicher war.

Für die Menschen in und um die Prager Botschaft bleiben die Herbstwochen 1989 als Zeit der extremen Gefühle zwischen Hoffnung und Angst in Erinnerung. Menschen, die sich nie zuvor gesehen hatten wurden in der drangvollen Enge der Botschaft zur Schicksalsgemeinschaft - und zu Wegbereitern der deutsch/deutschen Geschichte. Der Film erlebt die Ereignisse aus ihrer Sicht. Mit ihnen reist er zurück in die Zeit zwischen September und der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989.

Die Autoren Bernadette Hauke und Wolfgang Rebernik haben viele Augenzeugen von damals ausfindig gemacht - Helfer wie das Ehepaar Schmitz, das mit dem Deutschen Roten Kreuz aus Euskirchen nach Prag kam, Zelte, Betten, Feldküchen und Lebensmittel in die Botschaft brachte und sich um die Bedürfnisse der Flüchtlinge kümmerte, und Flüchtlinge wie die Familie Kuhn, die mit ihren drei Kindern schon im Frühsommer in die Botschaft kam und erlebte, wie es im Herbst von Tag zu Tag voller wurde. Die Ehefrau des damaligen Botschafters, Jaqueline Huber, erinnert sich an den Tag, als Außenminister Genscher seine berühmte Rede auf dem Botschaftsbalkon hielt - und danach den Wunsch nach einem kühlen Bier äußerte. Daneben kommen auch die Prager selbst zu Wort, die das Geschehen von der anderen Seite des Botschaftszauns erlebten, wie die tschechische Fotografin Blanka Lamrova, die die Ereignisse im Herbst mit ihrer Kamera festhielt oder der Schauspieler Jiri Strebl, der den Flüchtlingen den Weg an der Polizeisperre vorbei zeigt.

Ergänzt werden die Geschichten aus dem Inneren der Botschaft durch umfangreiches, zum Teil noch nie gezeigtes Film- und Fotomaterial aus der CSSR, DDR und BRD - aus öffentlichen und privaten Quellen. Film von Bernadette Hauke und Wolfgang Rebernik

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 20.09.2019 um 21:17 Uhr auf tagesschau24.

20.09.2019
21:17
Livestream
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HDTV: nein
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Schlagwörter:Dokumentation/Reportage, Geschichte, Deutschland, Rückblick
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