Schweine schlachten

Ein Film von Anne-Katrin Eutin

Quelle: Pressebild

Kaum jemand mag Metzger sein, aber fast alle essen Fleisch - wenn man von den knapp zehn Prozent Vegetarier*innen und Veganer*innen in Deutschland absieht. So ein richtig gutes Gefühl haben viele beim Fleischkonsum nicht - oder nicht mehr, und sie überlegen, weniger oder kein Fleisch mehr zu essen, wegen des Klimawandels oder der Fleischskandale, ethisch fragwürdiger Massentierhaltung sowie verstörender Schlachthofvideos, die von Tierschutzorganisationen publiziert werden. Trotzdem: Den Prozess, der sich zwischen Schwein und Schnitzel abspielt, blenden viele doch am liebsten aus.
Der Reporterin Anne-Katrin Eutin geht das genauso, und sie will es ändern. Denn eigentlich schmeckt ihr Fleisch, aber der fade Beigeschmack überwiegt inzwischen. Was macht es mit ihrem Konsum und ihrem Gewissen, wenn sie die komplette Produktionskette vom Futter über Ferkel und Schwein bis zum Fleisch kennenlernt - und zudem selbst Hand anlegt bei Schlachtung und Verwurstung? Was passiert, wenn man den Prozess, der sich zwischen Schwein und Schnitzel abspielt, nicht mehr ausblendet?
Muss, wer Fleisch isst, auch töten können? Eine Woche lang arbeitet sie in einem nordhessischen Betrieb im Ringgau mit, der von Futtermittelherstellung, Schweinemast, Schlachtung bis hin zur Fleischverarbeitung alle Produktionsschritte selbst durchführt, und sie lernt bei der direkten Konfrontation in Schweinestall und Schlachthaus, dass ihre Gewissensfrage eigentlich anders gestellt werden muss als vermutet.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 14.01.2020 um 22:00 Uhr auf HR.