phoenix history

Die Zeit der RAF

Quelle: Pressebild
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Dokumentationen:
* "Die Bullen - Polizei, Proteste und Terrorismus", Film von Thomas Schneider
* "Rätsel RAF-Terror - Auf Zeitreise mit Guido Knopp", Film von Michael Krons und Eva Wormit
* "Phantom RAF - Der ungelöste Fall Herrhausen", Film von Bernd Reufels und Julia Zipfel
* "Stammheim - Die RAF vor Gericht", Film von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens


* "Die Bullen - Polizei, Proteste und Terrorismus"
Film von Thomas Schneider
Sie waren 17 oder 18. Sie wurden Polizisten, weil sie glaubten, das sei ein krisenfester Job. Doch dann fanden sie sich plötzlich im Sturm einer Zeitenwende wieder: eine Gesellschaft in Aufbruch und Aufruhr. Proteste gegen Notstandsgesetze und Vietnamkrieg, gewalttätige Demonstrationen, wenig später der Beginn des Linksterrorismus.
In dieser Dokumentation geht es um eine Generation junger Männer, die in den 60er und 70er Jahren den Polizeiberuf wählten und folglich bei den hitzigen und gefährlichen Auseinandersetzungen ihrer Zeit immer mittendrin waren. Thomas Schneider erzählt anhand beispielhafter Lebensläufe und ausgewählter Ereignisse, durch die sich das Leben der Polizisten entscheidend und dramatisch veränderte. Der Film bricht bewusst mit einer in jenen Jahren etablierten Sichtweise, die Polizisten zumeist nur als anonyme Masse wahrnimmt. In der öffentlichen Wahrnehmung und Darstellung von "68" und den Folgen stehen traditionell einerseits die studentische Protestbewegung, die verschiedenen terroristischen Gruppen und ihr Unterstützermilieu, andererseits natürlich auch politische Akteure im Mittelpunkt.
Dieser Film erzählt die Geschichte derjenigen, die als junge Polizisten die späten 60er und die 70er Jahre miterlebt haben. Er zeigt, welche Auswirkungen die Herausforderungen durch Proteste und Terrorismus auf Polizeibeamte und Polizeibehörden hatten. Nicht zuletzt erzählt der Film davon, wie die Polizei sich in jenen Jahren veränderte.

* "Rätsel RAF-Terror - Auf Zeitreise mit Guido Knopp"
Film von Michael Krons und Eva Wormit
Was vor 48 Jahren mit den Brandanschlägen auf Kaufhäuser in Frankfurt/Main begann und mehr als 30 Menschenleben forderte, ist heute offenbar noch immer nicht zu Ende: die Gewalt der Roten Armee Fraktion (RAF). Zwar hat die selbsternannte Stadtguerilla 1998 ihre Selbstauflösung verkündet. Doch bei mehreren Überfällen auf Geldtransporter entdeckten Ermittler im vergangenen Jahr Spuren von immer noch flüchtigen RAF-Mitgliedern der sogenannten dritten Generation.
2016 jähren sich zahlreiche Stichtage aus der Geschichte der Linksterroristen - aus diesem Anlass befasst sich phoenix ab Sonntag, 8. Mai, in einem Programmschwerpunkt das ganze Jahr über mit dem "Rätsel RAF-Terror". "Es ist erstaunlich, dass so viele Terrorakte bis heute nicht aufgeklärt sind. In unserem Programmschwerpunkt gehen wir vor allem den ungelösten Rätseln der RAF nach", so die phoenix-Programmgeschäftsführer Michaela Kolster und Michael Hirz.
Per Zeitungen, Radio und Sozialen Netzwerken hat phoenix in den vergangenen Wochen nach Menschen gesucht, die im Rheinland von dem RAF-Terror betroffen waren oder zu Augenzeugen wurden - mit großem Erfolg: "Bereits jetzt haben sich viele Zeitzeugen auf unseren Aufruf gemeldet."

* "Phantom RAF - Der ungelöste Fall Herrhausen"
Film von Bernd Reufels und Julia Zipfel
30. November 1989. Alfred Herrhausen, Vorstandschef der Deutschen Bank, macht sich in seiner gepanzerten Limousine auf den Weg nach Frankfurt. Um 8.34 Uhr dann der Anschlag. Herrhausen, Top-Manager mit Gefährdungsstufe eins, ist sofort tot. In der Nähe des Tatorts: Papier mit RAF-Emblem. Versteckt im Gebüsch: der Zündmechanismus einer Bombe. Ein beispielloser, technisch ausgefeilter Anschlag.
Bis heute wirft der Fall Fragen auf: Wer waren die Täter? Warum wurde Herrhausen zum Anschlagsziel? Inwieweit sind internationale Terrorgruppen in den Fall verwickelt? Zum 30. Todestag von Alfred Herrhausen rollt eine neue Dokumentation den Fall noch mal auf.
* "Stammheim - Die RAF vor Gericht"
Film von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens
Der Stammheimer Prozess gegen die Führung der RAF sollte den Terrorismus juristisch beenden, doch er spaltete die Gesellschaft und trug dazu bei, dass die Gewalt im "Deutschen Herbst" eskalierte. 1974 scheint der Terrorismus in der Bundesrepublik schon fast besiegt: Der harte Kern der Rote Armee Fraktion ist verhaftet, die Studentenproteste flauen ab. Die Verurteilung der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in einem ordentlichen Prozess werde dem Spuk ein Ende bereiten - glauben viele damals.
Doch dann werden die Jahre 1974 bis 77 zu den blutigsten in der Geschichte des linken Terrors in der Bundesrepublik. Attentate und Geiselnahmen halten die Öffentlichkeit in Atem, der Staat wehrt sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Unschuldige geraten zwischen die Fronten. Am Ende steht mit der Entführung Hans Martin Schleyers und der Lufthansamaschine "Landshut" der "Deutsche Herbst", die größte innenpolitische Krise der Bundesrepublik.
Der Stammheimer Prozess gegen die Führung der RAF ist ein Schlüsselereignis für die Geschichte und für das Verständnis des "Deutschen Herbstes", der sich 2017 zum 40. Male jährt.
Der neue, hochgesicherte Gerichtssaal auf dem Gelände des Stammheimer Untersuchungsgefängnisses wird zum Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Angeklagten und Staatsanwälten, Richtern und Verteidigern. Hungerstreiks, Abhörskandale, Vorwürfe wegen Isolationsfolter und Selbstmorde in der Haft erschüttern die Republik. Statt den Terrorismus juristisch aufzuarbeiten, spaltet der Prozess die Gesellschaft und trägt zur Eskalation der Ereignisse bei. Als am 28. April 1977 das Urteil verkündet wird, ist Ulrike Meinhof bereits tot, die drei anderen werden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 23.05.2020 um 10:00 Uhr auf phoenix.