Gemeinsam gegen das Vergessen

Juden und Muslime in Auschwitz

Quelle: Pressebild
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Während in Deutschland die Debatten um Flüchtlingsströme und muslimischen Antisemitismus nicht abreißen, setzen Juden und Muslime ein gemeinsames Zeichen und besuchen die KZ Gedenkstätte Auschwitz. Erstmals in der Geschichte findet eine solche Reise statt. Das ganze Ausmaß der Grausamkeit und des Rassenwahns der Nationalsozialisten wird an diesem schrecklichen Ort deutlich. Er ist ein mahnendes Zeugnis für den beispiellosen Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Kann dieser Ort auch Hoffnung für die Zukunft stiften?


Während in Deutschland die Debatten um Flüchtlingsströme und muslimischen Antisemitismus nicht abreißen, setzen Juden und Muslime ein gemeinsames Zeichen und besuchen die KZ Gedenkstätte Auschwitz.

Erstmals in der Geschichte findet eine solche Reise statt. Die Idee dazu lieferten der Zentralrat der Muslime und die Union Progressiver Juden. 17 junge Erwachsene, Juden aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern und muslimische Geflüchtete aus Syrien und Marokko, die heute in Thüringen leben, gedenken gemeinsam den Opfern der Shoa.

Abdu, Masa und Amro sind vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen und haben bisher wenig Kontakt zu Juden gehabt. "Ich habe vor allem Angst, dass die anderen Angst vor mir haben", sagt Abdu beim Vorbereitungstreffen für die Reise.

Für Judith und Bogdan aus den jüdischen Gemeinden Bielefeld und Kiel ist es der erste Besuch in Auschwitz und auch sie blicken der Reise mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie wissen nicht, welche Emotionen der Ort bei ihnen auslösen wird.

Dan, der Jugendreferent im Vorstand der Union Progressiver Juden, sieht in dem gemeinsamen Besuch von Auschwitz vor allen Dingen eine Chance: "Ich glaube, dass es wichtig ist, diese Orte zu besuchen und dass man daraus den Blick in die Zukunft richtet und von da aus dann auch Kraft schöpfen kann. Und sagen kann, man ist an dem Ort, wo die Vernichtung hätte stattfinden sollen und Sie haben es nicht geschafft und wir sind hier und machen weiter. Das ist, glaube ich, auch so ein Punkt. Da ist es schön, dass wir mit den Muslimen gemeinsam hier sind, denen ja auch oft pauschal Antisemitismus unterstellt wird."

Das ganze Ausmaß der Grausamkeit und des Rassenwahns der Nationalsozialisten wird an diesem schrecklichen Ort deutlich. Er ist ein mahnendes Zeugnis für den beispiellosen Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Kann dieser Ort auch Hoffnung für die Zukunft stiften? Wenn in Auschwitz bei einer gemeinsamen Gedenkzeremonie auf Arabisch und Hebräisch gebetet wird und mit den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die LINKE) und Daniel Günther (CDU) gemeinsam Kränze niedergelegt werden, macht das Hoffnung.

Die phoenix-Redakteure Eva Wormit und Marlon Amoyal haben die Jugendlichen auf ihrer Reise begleitet. Sie dokumentieren die Begegnungen einer Reise, die es so noch nie gegeben hat. Film von Eva Wormit und Marlon Amoyal Film von Eva Wormit und Marlon Amoyal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 30.11.2020 um 15:15 Uhr auf phoenix.

30.11.2020
15:15
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Audio-Beschreibung: nein
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Schlagwörter:NS-Zeit und Folgen, Religionen der Welt, Befreiung Auschwitz, Geschichte, Dokumentation/Reportage
Alternative Ausstrahlungstermine:
30.11.2020 15:15 Uhr phoenix
24.11.2020 10:30 Uhr phoenix
16.11.2020 10:30 Uhr phoenix
07.11.2020 13:30 Uhr phoenix
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