NDR Story

Streit um den Aal

Quelle: Pressebild (ard2017)
Quelle: Pressebild (ard2017)

Für viele Fischer ist der Aal einer der letzten "Brotfische", ein Fisch der den ihnen den Lebensunterhalt sichert(e). Stirbt der Aal aus, stirbt auch ein uraltes Handwerk aus. Politik und Fischereiwirtschaft versuchen, den Bestand der Aale und ihren Erwerbszweig mit Besatzaktionen zu retten. Jedes Jahr setzen sie Millionen Jungaale in Binnen- und Küstengewässern aus. Wissenschaftler und Naturschützer*innen hingegen fordern ein Fangverbot und das Ende des Besatzes. Wer hat Recht? Und was hilft dem Aal, wirklich zu überleben?


Aale gab es schon vor Millionen Jahren. Sie haben Kontinentalverschiebungen und Eiszeiten überlebt. Ob sie die Menschheit und das Industriezeitalter überstehen, ist fraglich. Seit 2008 steht Anguilla anguilla, so der klangvolle Name des Europäischen Aals, auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Er gilt als vom Aussterben bedroht. Es ist die letzte Stufe der Gefährdungsskala, bevor eine Art völlig aus der Wildnis verschwindet.

Komplettes Fangverbot bedeutet für Fischer das Aus
Für die wenigen an der Schlei noch verbliebenen Fischer ist der Aal im Sommer die letzte Rettung. Der Hering im Frühjahr war knapp. "Plötze, Barsch und Zander fangen wir gar nicht mehr", sagt Jörn Ross, Eldermann der traditionsreichen Holmer Fischer aus Schleswig. Ein komplettes Fangverbot, wie es der Internationale Rat für Meeresforschung empfiehlt, würde für ihn und seinen Sohn Nils das Aus bedeuten.

Schon jetzt gilt in den Küstengewässern eine Schonzeit von sechs Monaten. Von Mitte September bis Mi…

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 10.06.2024 um 22:00 Uhr auf Radio Bremen TV.