Beyond Punishment

2015

Beyond Punishment ist ein internationaler Dokumentarfilm des Berliner Filmproduzenten und Regisseurs Hubertus Siegert. Der Film zeigt, wie Täter und Opfer von Gewaltverbrechen aktiv in eine Auseinandersetzung miteinander treten. Anhand von drei Fällen in drei Ländern beleuchtet er neben den individuellen Schicksalen auch die Rechts- und Strafsysteme der jeweiligen Länder und untersucht die Möglichkeiten der Restorative Justice. Er entstand 2006 bis 2014 in Koproduktion mit ZDF/3Sat[2] und DOCDAYS Productions. Der deutsche Filmstart war am 11. Juni 2015.[3]

Quelle: Wikipedia(deutsch)
Rezension zu Beyond Punishment
Thomas Schneider
Thomas Schneider
Online-Redakteur im Haus des Dokumentarfilms

Der Dokumentarfilm »Beyond Punishment« von Hubertus Siegerts  wurde unter anderem 2015 mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet. Der Filmemacher folgt in ruhigen Erzählbildern Hinterbliebenen, die Verwandte bei Gewaltverbrechen verloren haben, aber auch Tätern, die Gewalt über andere verübt haben. Ein Film über Schuld und Sühne, Vergeben und Vergessen. Weitere Empfehlungen für den Montagabend: u.a. der finnische Dokumentarfilm »Mein Vater, der Außerirdische« bei Arte in Erstausstrahlung und eine Dokumentation von Jürgen Ast über eine ostdeutschen Spionagefall: »Mielkes Maulwurf bei der NSA«.

Stiva und Erik leben in Norwegen. Stiva hat Eriks 16-jährige Tochter Ingrid-Elisabeth aus Eifersucht getötet und kehrt nach wenigen Jahren Gefängnis zurück in den kleinen Ort, in die Nachbarschaft der Familie der Getöteten.

Lisa und Leola sind in den USA, in der New Yorker Bronx, zu Hause. Sie warten seit inzwischen elf Jahren darauf, dass der zu 40 Jahren Gefängnis verurteilte Sean zugibt, ihren Bruder und Sohn im Zorn getötet zu haben.

Patrick lebt in Deutschland. Sein Vater Gero von Braunmühl, ein hoher Beamter im Außenministerium, wurde 1986 von der linksmilitanten RAF-Gruppe (Rote Armee Fraktion) getötet. Es gibt ein Bekennerschreiben, doch die Täter bleiben weiterhin unbekannt. Gleichwohl wird Patrick im Film ein Gegenüber finden: Manfred, einen anderen Mann, der im Namen der RAF getötet hat.

In allen Fällen begleitet der Film die Protagonisten über einen längeren Zeitraum, geleitet von der Frage, ob der Schmerz über den Verlust geringer wird, wenn nicht Vergeltung und Strafe ihr Verhältnis bestimmt, sondern die Bereitschaft zu einer, wenn auch indirekten, Begegnung. Dabei orientiert sich Regisseur Hubertus Siegert am Konzept der »Restorative Justice«, das davon ausgeht, dass es hilfreich sei, die andere Seite zu verstehen, also auf Opferseite zu erfahren, was den anderen bewogen hat, die Tat zu begehen. Oft wird behauptet, dass eine tatsächliche Begegnung zwischen den beteiligten Menschen machbar und hilfreich sei. Liegt darin tatsächlich eine Chance?

Hubertus Siegert über seinen Film: »In Hinblick auf den modernen Strafvollzug beschäftigt mich der Umgang mit der emotionalen Seite, mit jenem tief sitzenden Schmerz und Hass, den ich unter der Oberfläche spüre und beobachte, wenn ich ein Gefängnis besuche oder ein Strafurteil lese. In 'Beyond Punishment' interessieren mich all jene Gefühle und Bedürfnisse, die im modernen Justizapparat und Strafvollzug keinen ausreichenden Raum haben.«

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Kinostart:2014
11.06.2015 in Deutschland
weitere Titel:
Beyond Punishment
Genre:Dokumentarfilm
Herstellungsland:Deutschland
Originalsprache:Deutsch
Farbe:Farbe
IMDB: 29
Offizielle Webseite:www.beyondpunishment.de
Regie:Hubertus Siegert
Kamera:Marcus Winterbauer
Jenny Lou Ziegel
Börres Weiffenbach
Schnitt:Anne Fabini
Produzent:Hubertus Siegert
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Rezensionen:

2015
Max Ophüls Festival
Best Documentary
Documentary
Gewinner
2015
German Film Awards
Film Award in Gold
Best Documentary (Bester Dokumentarfilm)
Nominiert
2015
Hessian Film Award
Hessian Film Award
Documentary Film (Dokumentarfilm)
Nominiert
Datenstand: 23.05.2019 04:06:37Uhr