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Rezension zu Rhythm Is It!
Es war ein kleines Wunder in 100 Minuten: der Dokumentarfilm »Rhythm Is It!« bewies 2004, dass 250 Kinder, die zuvor noch nie als Tänzerinnen
und Tänzer auf der Bühne gestanden und die selbst am wenigsten an ihr Talent geglaubt hatten, zu einer ungeahnten Leistung fähig waren. Mastermind des Projektes war der Choreograph Royston Maldoom. Der Film von Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch zählt bis heute zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmen in deutschen Kinos – er begeisterte 800.000 Zuschauer allein in Deutschland und auch die DVD-Auswertung
ist viele Jahre später noch für den Berliner Rechteinhaber Boomtown Media eine große Nummer. Dazu Uwe Dierks, Produzent des Filmes:
»Noch heute lizenzieren wir den Film für Festivals und er wurde weltweit eingesetzt.«
Im Zentrum dieses soziokulturellen Tanzprojekts standen der Dirigent Simon Rattle und der Tänzer und Choreograph Royston Maldoom. Dem
strengen, aber charismatischen Tanzpädagogen war es in kurzer Zeit gelungen, mit Einfühlsamkeit und Beharrlichkeit den Kindern so viel Selbstvertrauen zu vermitteln, dass sie eine Aufführung von Strawinskys »Le Sacre du Printemps« an der Berliner Philharmonie tanzen konnten. Er selbst wurde in dem Film nur in einigen Passagen über sein Leben befragt – dabei hätte man gerne mehr von ihm erfahren. Genau das holte später die Autobiographie »Tanz um dein Leben« nach. Maldoom schildert nicht nur seine Arbeit in Berlin, die durch »Rhythm Is It!« dokumentiert und weltberühmt wurde, sondern auch ähnliche Projekte, beispielsweise mit Straßenkindern in Äthiopien. Und er zeigt dem Leser, was ihn selbst bildete in seiner langen Karriere als Tänzer und Choreograph auf seinen Stationen von London durch die Welt bis hin zu den Projekten, die nun seine Arbeit bestimmen: »Community Dance« hat man inzwischen die Art der Tanzpädagogik getauft, die Maldoom und Carley in Berlin etabliert haben.
16.09.2004